Meine Erdäpfel – die letzte Ernte

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Ich geb’s zu – ein bisschen wehmütig macht es dann schon, wenn frau Mitte November die letzten Erdäpfel (Ihr sagt ja so schön Kartoffel 😉 zwischen dem Schilf rausbuddelt.

Gepflanzt hatte ich 2 Sorten, die mir zufällig im Baumarkt über den Weg gelaufen waren (sozusagen): Die speckige Annabelle und die mehlige Charlotte. Und weil sich die beiden gar so tapfer geschlagen und auch brav getragen haben, wiewohl sie außer einmaligen Häufelns so überhaupt keine Zuwendung erhalten hatten, werde ich es im nächsten Jahr ein bisschen ernsthafter angehen.

Erde, Blech oder Jute?

Ich erinnere mich noch an meinen ersten Garten in Bisamberg, da organisierte ich vom Alteisenhändler große Öltonnen (also WIRKLICH große). Diese waren natürlich gereinigt. Ich bedeckte den Boden mit etwas Erde und legte die angetriebenen Erdäpfel rein. Darauf kam wieder eine dünne Schicht Erde. Sobald die Pflänzchen etwa 30 cm gewachsen waren, füllte ich Erde nach. Und nach und nach 😉 bis die Tonne voll war und die Pflanzen oben rausguckten. Mag sein, dass meine Erinnerung an die Ernte ein bisschen verklärt ist, aber ich bin ganz sicher, dass die Tonnen voll mit Erdäpfeln waren, wenn sie dann im Herbst umgeworfen wurden…

Heuer habe ich die Erdäpfeln buchstäblich in den Sand gesetzt, nämlich in den schilfdurchwachsenen Schwemmsand des letzten Hochwassers. Zwar hatte ich das Schilf vorher ausgegraben, aber wer die Überlebensstrategie der hartnäckigen Stängel kennt, der weiß, dass von meinen Erdäpfeln nach kurzer Zeit nichts mehr zu sehen war 😉

Und nächstes Jahr? Da setze ich auf Jute! Ich habe bereits die passenden Säcke bestellt. Ich stelle mir das ähnlich vor wie bei den Tonnen. Mal sehen…

Hat natürlich den Vorteil, dass frau nicht buddeln muss und auch das Häufeln einfacher von der Hand geht. Und einmal auf den Geschmack gekommen (buchstäblich), werde ich mich im nächsten Jahr auch bei den Sorten ein wenig umsehen. Beim KartoffelMüller habe ich schon ein paar Sorten ins Auge gefasst, wobei ich auch darauf achten werde, frühe bis späte Sorten zu setzen. In unserer Gartenspiel-Gruppe wurde ja die „Laura“ (rosarote Schale, gelbes Fleisch, festkochend) hoch gelobt.

Und so werden die Knollen gepflanzt

Am schnellsten geht’s, wenn Du deine Pflanzkartoffeln ab März vortreibst. Dazu die Knollen bis zur Hälfte in mit Erde gefüllte Kisten legen und bei ca. 15 Grad hell vorkeimen, so dass sich kurze, kräftige Triebe bilden. Nach ca. 6 Wochen dürfen die Knollen in die Säcke (oder direkt ins Beet) übersiedeln.

Im Beet werden die angetriebenen Knollen ca. spatentief gesetzt, im Sack kommen etwa 20cm Erde drunter und ca. 10cm Erde drüber. Die schmackhafte Knolle freut sich, wenn sie zum Start ein wenig Kompost und/oder Hornspäne kriegt. Zwischen den Pflanzen soll ca. 40cm Platz bleiben.

Mehr Ertrag durch Anhäufeln

Sobald die Pflanzen etwa 20-30cm aus der Erde gucken, werden diese angehäufelt, d.h. im Fall eines Beetes ziehst Du Erde an die Pflanze heran, so dass diese wieder fast vollständig mit Erde bedeckt ist, ein kleiner Schopf sollte noch rausgucken. Beim Sack füllst Du einfach Erde nach.

Sonne & Wasser

Kartoffeln lieben Sonne! Und je nachdem, wo die Pflanzen wachsen, musst Du evt. auch für Bewässerung sorgen. Ich gieße in meinem Garten grundsätzlich nicht. Sehr zum Entsetzen meiner Nachbarn. Natürlich gieße ich unmittelbar nach dem Säen oder Einpflanzen etwa eine Woche lang – aber dann nicht mehr. Und zwar bei keinem Wetter. Wir haben allerdings auch durch die Nähe der Donau extrem viel Tau am Morgen und einen hohen Grundwasserspiegel.
Bei anderen Voraussetzungen oder wenn Du Deine Erdäpfelpflanzen in einem Behältnis großziehst, musst Du natürlich regelmäßig gießen (und dabei auf guten Abzug achten).

Ernte nach ca. 3 Monaten

Beginnen die Pflanzen zu welken und zu verdorren, ist es Zeit zu ernten – am besten mit einer Grabgabel. Im Fall von Säcken oder Pflanzgefässen musst Du diese nur ausleeren.

Kunterbunt

Und natürlich stehen für nächstes Jahr auf meiner Einkaufsliste auch „bunte“ Erdäpfel wie die rotschalige Laura, die Blaue St. Galler und natürlich lokale Traditionssorten wie Bamberger Hörnchen oder unsere Kipfler, die ich in den Gemüseregalen schon lange vermisse…

Mit welchen Sorten hast DU die besten Erfahrungen gemacht?

 

 

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