Ein Beet für jeden Geschmack – buchstäblich

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Beete gab’s keine in meinem Garten. Im Jahr bevor ich selbigen übernommen habe, war ja das Horrorhochwasser 2013 und füllte das Grundstück mit mehr als 1 Meter Schlamm, stellenweise bis zu 2 Meter! Nur die alten Heckensträucher und die Aubäume haben diesen Alptraum überlebt. Ein Großteil des Schlamms blieb liegen, nur ein kleiner Teil des Gartens (der Eingangsbereich) wurde wieder auf das ursprüngliche Niveau gebracht.

Naturgemäß (buchstäblich) gab es auch nur mehr Grobstrukturen – und an diesen habe ich mich orientiert. Ich habe also keinen „neuen“ Garten angelegt sondern lange und ausgiebig beobachtet, wo Platz nach welchen Pflanzen ruft…

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2014 * Die Eingangsbeete noch unbepflanzt

2014 * Die Eingangsbeete noch unbepflanzt

Im ersten Jahr begann ich mit 3 Blumenbeeten. Links und rechts vom Eingangsweg waren Beetbegrenzungen – jedenfalls interpretierte ich die Betonsockel entlang des Weges so. Entlang der Hecke zur Straße war durch die Baggerarbeiten nach dem Hochwasser ein elendslanger, schmaler Schlammstreifen entstanden, dem Garten zugewandt. Und da sich Zeit & Kosten in Grenzen halten sollten, legte ich die Beete für den Anfang gaaanz schmal an (ca. 40 cm breit). In jedem folgenden Jahr habe ich dann jedes der 3 Beete um einen Schaufelstich verbreitert. Schön langsam werden richtige Staudenbeete draus…

Ich werde in den nächsten Wochen zu jedem einzelnen Beet einen eigenen Beitrag schreiben und dazu Bilder heraussuchen, wie sich jedes der Beete im Lauf der letzten 3 Jahre entwickelt hat…

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2014 * Die ersten Pflänzchen

2014 * Die ersten Pflänzchen

Eingangsbeet links

Dieses Beet wächst sich – ebenso wie das gegenüber liegende – schön langsam aber sicher zu einem richtigen Staudenbeet zusammen. Von der Straßenseite aus betrachtet begrüßen zu Anfang verschiedenfarbige Phloxe Besucher und Zaungäste, dann folgen riesige Sonnenhüte in verschiedenen Farben, an den Rändern erfreuen Lavendelbüsche Bienen und Hummeln und den Abschluß bilden einige gerettete – und eher magere – Rosenstöckchen und die prachtvolle Marie Curie, die mit ihrem zarten Duft und ihrer Blütenfülle von Mai bis in den späten Herbst für Entzücken sorgt. Dass die Rehe dieses eine Prachtexemplar unversehrt lassen, dafür sorge ich mit einem Ultraschallgerät

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Eingangsbeet rechts

Gleich gegenüber geleiten bunt gemischte Stauden Besucher zum Haus. Und obwohl hier eindeutig ein Konzept fehlt 😉 wächst auch hier – quasi von alleine – ein prächtiges Staudenbeet heran. Das kommt ganz einfach daher, dass alles gedeiht, was sich hier wohlfühlt und alles verschwindet, dem es hier nicht so behagt. Eigentlich ja doch ein Konzept, oder?

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Heckenbeet - Bartnelken

Heckenbeet – Bartnelken 2016

Heckenbeet

2016 blühten hier 20 Laufmeter Bartnelken in allen Farbschattierungen. Warum diese heuer nur dürftig erscheinen, obwohl ich Zilliarden Samen verstreut habe, ist mir ein Rätsel. Aber so ist das mit einem Garten – Überraschungen, wohin das Auge blickt 😉
Die etwas löchrige Hecke habe ich mit Heckenrosen aufgefüllt und hier ist auch Platz für „ausrangierte“ Rosen, die zwar nicht gedeihen aber auch nicht sterben. Jene Exemplare, die sich nie von der Umsiedelung aus meinem „alten“ Garten erholt haben. Meist winzig, schenken sie mir doch immer wieder duftende Blüten… Auch die Goldrute darf hier (etwas kontrolliert) gedeihen.

Für heuer (2018) bereite ich grade einen wahren Farbenrausch an päonienblütigen und fransenblütigen Mohnsorten vor. Nachdem mich die Bartnelken offenbar auch heuer wieder völlig im Stich lassen, hoffe ich nun auf den Mohn, der in gleicher Erde das Sternenbeet (vor seiner Entstehung) in ein „Rosenmeer“ verwandelt hat. Zumindest sah das von Weitem so aus. Mal sehen, ob das hier im Heckenbeet gelingt, ich fürchte aber fast, ich bin zu spät dran. Mal sehen, ich werde berichten…

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Thymianbeet

Thymianbeet 2016

Thymianbeet

Sieht noch ein bisschen „wild“ aus, das liegt aber vor allem am hohen Gras, das mittlerweile mein geplantes Sternbeet dahinter überwuchtert.
Eigentlich wollte ich hier nur einen kleinen leichten Hang pflegeleichter gestalten und habe mich mit Rasenthymian „anstecken“ lassen – die Bienen & Hummeln lieben das Beet! Ein wenig Katzenminze trägt ebenso dazu bei, wie der reizvolle Inkarnatklee, der für rote Farbtupfer sorgt. In den nächsten Tagen werde ich hierhin noch meine verschiedenen Thymiansorten von der Terasse übersiedeln. Und sobald im Juni das Sternbeet fertig wird, kommt auch dieses kleine Beet besser zur Geltung.

Stockrosenbeet

Nun, nach ersten, recht ambitionierten Pflanzversuchen, hält sich die Begeisterung (der Stockrosen) über dieses karge Plätzchen ziemlich in Grenzen. Mit Müh & Plag kommt die eine oder andere Stockrose ziemlich dürftig wieder, aber das darf mich natürlich auch nicht verwundern: Hier findet sich ein reiner Sandboden, der bisher noch gar nicht verbessert bzw. bearbeitet wurde. Das Stockrosenbeet kommt auf die ToDo-Liste fürs nächste Jahr und wird im Herbst mit einer Ladung Gründünger aufgepäppelt werden…

Mittlerweile (2018) ist noch eine einzige Stockrose übrig und dieses sogenannte „Beet“ wird heuer lediglich mit einer Landblumenmischung versehen. Auf diesem Sandhaufen kann auch wirklich nichts gedeihen und heuer schaffe ich es wohl nicht mehr, dass hier ein echtes Beet entsteht. Im Lauf des Jahres sollen hier Begrenzungssteine dafür sorgen, dass aufgebrachte Erde auch da bleibt und hier schön langsam „Boden wächst“…

Königskerzenbeet

Nunja, Beet ist hier vielleicht ein wenig übertrieben, aber das scheint den Königskerzen, die ich hier rund um eine wild gewachsene angesiedelt habe, ziemlich egal zu sein. Auch hier noch reiner Sandboden, das stört aber sichtlich nicht. Mit diesem kleinen Fleckchen habe ich keine hochfliegenden Pläne, hie und da setze ich eine neue Sorte dazu, wenn es sich ergibt. Etwas Komposterde demnächst und ein wenig Gründünger im Herbst werden dem aufstrebenden Beet nicht schaden 😉

Rundbeet

Auch eines der Vorhaben für 2018. Heuer habe ich dem Beet in der Mitte einen bunten Rahmen verliehen, indem ich zig bunte Stiefmütterchen an den Rand platziert habe. Die dankten es mir mit einer unermüdlichen Blühfreude und unglaublichen Farbenpracht.

Tatsächlich bin ich heuer (Anfang Mai 2018), obwohl ich so viel Zeit versäumt habe, mit dem Rundbeet sehr viel früher und sehr viel gründlicher startbereit als im letzten Jahr. Ein paar Stunden nach einem heftigen Regenguß reichten, die Tunkräuter zu entfernen, vor allem der Gundermann durfte großteils bleiben – ich LIEBE seinen Duft! Besonders gefreut habe ich mich über die ersten Blüten im Beet, eine rosa Akelei, wo doch meine diesbezüglichen Bemühungen bisher allesamt scheiterten. Und dass sich die Lichtnelken, die bisher ziemlich kümmerlich wuchsen, sich plötzlich reich verteilt haben und heftig sprießen, zeigt nur, dass manche guten Dinge eben Weile haben wollen 😉

Die Vorfreude ist auch groß angesichts der Lupinen (mindestens eine wird wohl rot sein) und Schafgarben, die üppig in den Startlöchern stehen. Auch hier werde ich mal der Natur ihren Lauf lassen und mit einer Bauerngartenmischung hoch und an den Rändern niedrig mal sehen, was hier gerne gedeihen möchte…

Fisolenbeet

Nachdem ich hier ursprünglich nur ein wenig den Rasen umgegraben und 2-3 Säcke Komposterde aufgebracht hatte, wucherten die Fisolen hier bisher rekordverdächtig. Dazischen habe ich hier explizit den Gundermann wuchern lassen und im Frühling war das Gesummse um die Blüten enorm.
Heuer (2018) wird die einzige Änderung sein, dass ich das Beet rund gestalte. Hat noch ein bisschen Zeit bis zu den Eisheiligen…

Schattenbeet

Hier hat leider nichts überlebt außer den Funkien, wiewohl ich 2017 ein „Schattenpaket“ gepflanzt hatte. Ich muss aber auch gestehen, dass ich hier absolut gar nichts zur Bodenverbesserung getan habe – und so werde ich heuer einfach mal nur Gründünger und an der Böschung Steingartenpolster aussäen, um nächstes Jahr auf ein Neues loszulegen…

Hochwasser 2015

Hochwasser 2015

Sumpfbeet

Als „feuchte Senke“ bezeichnet man wohl so einen speziellen Platz. Der Untergrund Schotter, Bauschutt, darauf 10 cm pappnasser, fast schwarzer Lehm und obendrauf eine pestig verfilzte Grasnarbe. Während hier eigentlich fast den ganzen Tag die Sonne drauf knallt, ist der Boden eigentlich immer feucht, liegt er doch nur knapp über dem Grundwasser. Es ist auch die tiefste Ecke des Gartens und die erste, die sich bei drohendem Hochwasser wie ein Pool mit Wasser füllt…

Feuchte Senke, dachte ich, mal sehen, was da wachsen möchte und bestellte ein paar entsprechende Pflanzen. Nichts Aufregendes, Günsel, Trollblume und Ähnliches. Und dann meinte ich noch, dass meine Einweihungsgeschenke, ein paar Taglilien, die ich vor den Nacktschnecken im ersten Jahr gerade noch retten konnte, hier vielleicht überleben könnten. Naja, was soll ich sagen? Erstens brauchte ich buchstäblich die Spitzhacke um hier auch nur winzige Löcher zu kriegen und zwotens überlebten nur sibirische Iris und die Taglilien meine ersten Pflanzversuche…

Vielleicht habt Ihr ja mitgelesen, was ich mit dem Sumpfbeet 2017 angestellt habe – heute ist es ein wahres Prachtbeet. Dazu in einem eigenen Beitrag in Kürze…

Pfingsrosenbeet

Auch so ein Plätzchen, wo man kaum mit der Spitzhacke in den Boden kam. Dennoch fühlen sich hier die Pfingstrosen sichtlich wohl. Demnächst wird es noch ein wenig um weiß-blühende Pflanzen erweitert. Den Rosenwaldmeister, den ich mir für das Beet eingebildet hatte, habe ich entsorgt, sobald er seinen „Duft“ entfaltete. Es war mir entgangen, dass er im Englischen auch „wet fox“ genannt wird – und genauso „duftet“ er auch. Es hat mir wirklich leid getan um die 3 Pflanzen, aber ich konnte den Gestank einfach nicht ertragen – und er schien den ganzen Garten zu füllen…

Poolbeet

Mein Wildkräuterbeet platzt aus allen Nähten – und jedes Jahr wundere ich mich aufs Neue, wie aus einem nackten Erdhaufen ein üppig blühendes, duftendes Wunder entsteht. Hier tummelt sich alles, was Insekten Freude macht, von Salbei, Moschusmalve, blauer Bartblume, Heilziest, Anisysop, Lavendel (natürlich), Oregano, eine überdimensionale Wegwarte, Spitzwegerich, Borretsch und vieles mehr… Ein bisschen Konzept wäre hier nicht schlecht, aber das hat keine Eile. Vorläufig darf es einfach wuchern.

Katzenbeet

Eigentlich ja nur ein kleiner Streifen am Rand eines kleinen Rasenstücks, habe ich hier Katzenminze, Katzengamander, Marokkanische Minze, Schweizer und Koreanische Minze angesiedelt und werde hier 2019 vielleicht noch ein bisschen „Konzept“ einfließen lassen…

Gurkenbeet

Gleich hinter dem „Katzenbeet“ und links von der – mittlerweile – riesigen Weide (der bevorzugte Vogelbaum) liegt das Gurkenbeet. Ursprünglich ein Queckenfeld, wo die kecke Quecke und irgendwelche höchst hartnäckigen Gräser fast kniehoch wucherten, habe ich es im ersten Jahr umgegraben, die Gräser und Quecke weitgehend entfernt und Gründünger satt angebaut. 2015 habe ich hier Sonnenblumen und eine Schmetterlingswiesenmischung ausgesät und den Dingen mal ihren Lauf gelassen. Ab 2016 habe ich hier dann Tomaten, Gurken, Zucchini gepflanzt und alle gediehen prächtigst. Heuer kommen demnächst die Zucchini ins Beet (grün rund, gelb rund, längs gestreift), Gurken folgen noch und die bereits ausgesetzten Pfefferoni-Pflanzen tragen bereits Früchte…

Suppenbeet

Gleich nebenan und immer noch unter der großen „Vogelweide“ habe ich 2018 Suppenkräuter, Rote Rüben, Karotten, Lauch, Wurzelpetersilie, Borretsch ausgesät. Hier gibt es ein bisschen Konkurrenz durch das Vogelfutter, das runterfällt und so muss ich hier manchmal „putzen“ und vermutlich werden wieder viele Sonnenblumen aufgehen. Außerhalb von Gurkenbeet und Suppenbeet habe ich übrigens 2016 für die Rehe Topinambur gepflanzt. Gedeiht natürlich prächtig.

Kartoffelbeet

Tja, ein Kapitel für sich. Ursprünglich ein Schlammhaufen, der von den Baggern an den Rand des Grundstücks geschoben wurde, wucherte hier das Schilf vom Donauarm nebenan, der allerdings seit Jahren ausgetrocknet ist. Bei Hochwasser füllt er sich. Ich LIEBTE diesen kleinen Schilfwald. Die liebe Tante Lore hasste ihn wie die Pest („sowas von unordentlich“) und hat so lange insistiert, bis er weichen musste. Was natürlich ein nahezu sinnloses Unterfangen ist, denn ein Fundament aus richtigem Schilf wird in 100 Jahren noch beständig ebensolches produzieren. Und zwar so schnell, dass Du fast zusehen kannst. Das Schilf war übrigens von wilden Brombeeren, Ackerwinde und Schachtelhalm aufgelockert worden. Muss ich mehr schreiben?

Der lieben Lore zuliebe habe ich mich redlich bemüht, dem Schilf den Garaus zu machen. Was zwar nur von mäßigem Erfolg gekrönt war, aber immerhin wucherten hier Monstertomaten meterweit bis ins Sumpfbeet und auch den Erdäpfeln beim Wuchern zuzusehen, war eine helle Freude. Dem Schilf muss man allerdings ziemlich auf den Fersen bleiben und da ich ab August 2017 doch einige Monate ausgefallen war, hatte der Urwald heuer im Frühjahr wieder Oberhand gewonnen.

Erstaunlicherweise brauchte ich dann heuer nur ein paar Tage, um das Beet wieder „erdäpfelfit“ zu machen und siehe da, ich bin d’accord. Heuer gedeihen die Erdäpfel in Jutesäcken und das scheint ihnen sehr gut zu schmecken. Ausgesetzt wurden Waldviertler „Ditta“, die rosige Laura, Bamberger Hörnchen und Violetta nebst ein paar Unbekannten, die sich noch in einer vergessenen Kiste in der Küche fanden. Und zu meiner Überraschung finden sich schon ansehnliche Kartoffelpflanzen die sich offenbar aus ebenfalls vergessenen Knollen der letzten Ernte entwickelt haben.

Am Rand zum Ufer des Donauarms habe ich dicht Phacelia und gelben Senf gesät. Das freut die Insekten und wird den Jutesäcken einen farbenfrohen Hintergrund verleihen. Beim Jäten habe ich einige sehr prächtige Mohnstauden entdeckt und stehen gelassen. Ebenso wie eine Horde Ringelblumen. Vorne am Rand dürfen sich wieder Tomaten ausbreiten, dazwischen ein paar Beerensträucher und Petunien, um die graue Betonmauer zu behübschen. Die Kapuzinerkresse-Pflanzen (diesmal auch reichlich spät gesät) gucken schon raus und werden weitere Farbtupfer beisteuern.

Erdbeerbeet

Zu Füßen des Marillenbäumchens (das heuer 2018 übrigens keine einzige Marille zeigt) habe ich ja bunt gemischt Erdbeeren gepflanzt. Und obwohl sie hier wirklich auch in einem Sandbeet stehen, gedeihen sie doch recht brav. Die ersten Beeren habe ich sogar schon genascht… Hier sollte ich übrigens unbedingt den Boden ein wenig verbessern!

Gemüsegarten in Sternform

Gemüsegarten in Sternform

Sternbeet

Großes Projekt für 2017 – ein erhöhtes Plätzchen für Gemüse & Kräuter. Und so sah der „Entwurf“ 2016 aus – mittlerweile hat das Gras hüfthoch Oberhand gewonnen 😉 Macht nix, neuer Anlauf und zwar bald, denn Mitte Juni geht’s los – mit hübschen Wegen aus Kaiserstein…

2017 war es dann wirklich soweit – und mein Sternbeet wurde Wirklichkeit.

 

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