Kleiner Stinker – oder Nomen ist nicht immer Omen…

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…jedenfalls bei der deutschsprachigen Bezeichnung des Rosenwaldmeisters. Klingt doch nach einer zauberhaften Mischung, nicht? WEIT GEFEHLT! Im Herbst 2015 habe ich mich verleiten lassen, 3 dieser kleinen Pflänzchen, die in höchsten Tönen angepriesen wurden, zu kaufen und am Rand meines Pfingstrosenbeets zu pflanzen. Im Frühling streifte ich wochenlang durch den Garten und suchte und suchte… nach einem höchst unerfreulichen Gestank, der mir einfach ÜBERALL in die Nase stieg. Und mein Garten ist groß, wie Ihr ja wisst.

Typische Beschreibung (vermutlich auch als Bienenpflanze angepriesen und daher von mir erstanden)

So werden warme Sommerregen zu einem einzigartigen Dufterlebnis!

Der Rosenwaldmeister, auch Scheinwaldmeister genannt, ist eine anspruchslose und wüchsige Kleinstaude. Ursprünglich kommt er aus den lichten Wäldern des Kaukasus und Nordirans. Auch bei uns fühlt sich die üppig blühende Pflanze äußerst wohl. Die kleinen Sternblüten in rosa und pink sind in kugelförmigen Scheindolden zusammengefasst. Sie stehen über dem Laub und bilden so in der Blütezeit Juni, Juli und August fast geschlossene rosa Blütendecken. Die frisch grünen, quirlig angeordneten Blätter sind dann kaum mehr zu sehen. Dieses waldmeistertypische Laub hat dem Rosenwaldmeister auch seinen Namen verliehen. Die Blütenfarbe ist für die „Rose“ im Namen verantwortlich. Vielleicht ist es aber auch der Duft, der dazu beigetragen hat. Besonders nach sommerlichen Regengüssen verströmen sowohl Blüten, als auch Blätter einen intensiven Wohlgeruch.

Es dauerte bis in den Sommer bis ich den Übeltäter dingfest machte – wenn ich gewusst hätte, dass der englische Name der Pflanze „wet fox“ ist, wäre ich vielleicht misstrauisch geworden. Kurzum, die zarten Pflänzchen stinken intensivst nach, ja wonach eigentlich? Übel jedenfalls. Es soll schon Polizeieinsätze auf Friedhöfen gegeben haben, weil der Rosenwaldmeister nach mancher Meinung nach Marihuana riecht. Kann ich nicht bestätigen. Nasser Hund? Schon eher. Jedenfalls für meine Nase absolut unerträglich.

Ein Artikel in „Die Zeit“ bestätigt übrigens mein olfaktorische Abneigung

Kurzum, ich, die ich nicht mal einer roten Nacktschnecke einen Fühler krümmt, grub die Pflänzchen aus und entsorgte sie – schweren Herzens – auf dem Schneckenbuffet. Leider hab ich gar nicht beobachtet, ob sich die Schleimingers über dieses Geschenk freuten.

In den letzten Tagen zieht es mich ja fast stündlich an mein Pfingstrosenbeet, um an den Blüten zu schnuppern – und was sticht beißend in meine Nase? Ich glaubte, meiner Nase nicht zu trauen! Richtig! Links im Beet ist ganz unverschämt wieder ein Pflänzchen Rosenwaldmeister aufgetaucht. Ziemlich hartnäckig, nicht nur dufttechnisch 😉

Nun, diese Beharrlichkeit muss natürlich belohnt werden – und so habe ich es nicht noch einmal übers Herz gebracht, den kleinen Stinker zu entfernen. Er darf jetzt bleiben.

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